Die Aushärtezeit bei der Kerzenherstellung verstehen.

Im Laufe der Jahre wurde online und in Foren viel darüber diskutiert, wie lange man eine Kerze aushärten lassen sollte, um einen optimalen Duft zu erzielen. Dieser Blog soll dein Verständnis des Prozesses, so wie wir ihn verstehen, verbessern.

Kerzenkristallisation

Kerzen durchlaufen beim Abkühlen nach dem Gießen einen zweistufigen Kristallisationsprozess. In der ersten Abkühlphase verwandelt sich das Wachs vom flüssigen in den festen Zustand, was leicht zu erkennen ist. Schwieriger zu erkennen ist die zweite Phase des Kristallisationsprozesses, in der das frisch erstarrte Wachs vollständig abkühlt und aushärtet. Dabei bildet sich mit der Zeit ein Kristallgitter, das die Duftmoleküle enthält. Wichtig zu beachten ist, dass Duftstoffe keine chemische Bindung zu Wachs eingehen, sondern in der Schwebe gehalten und im Kristallgitter eingeschlossen werden.

Dieser Abkühlungs- und Kristallisationsprozess ist in der Regel innerhalb von 48 Stunden abgeschlossen, wobei die Gitterstruktur zu diesem Zeitpunkt stabil bleibt. Deshalb empfehlen wir, Pflanzenwachse, insbesondere temperaturempfindliche Wachse wie RCX, in den ersten 48 Stunden nach dem Gießen in einem temperaturkontrollierten Bereich zu lagern. Aus diesem Grund haben wir bereits zuvor erklärt, dass dies die Mindestzeit ist, bevor du eine Kerze abbrennen kannst, da die Struktur fixiert ist und sich danach nicht mehr wesentlich verändern sollte.

Was ist los?

Während sich die Brennleistung nach dieser Zeit nicht mehr ändert, kann sich die Leistung der Kerze in Bezug auf die Duftabgabe mit der Zeit ändern und verbessern. Dies wird als Aushärtezeit bezeichnet.


Es wurde anekdotisch aus verschiedenen Quellen sowohl online als auch in unserer eigenen subjektiven Erfahrung festgestellt, dass sich sowohl die warme als auch die kalte Duftwirkung während dieser Aushärtezeit deutlich verbessern kann, bis zu etwa 2 Wochen .


Zu den Gründen hierfür gibt es eine Reihe verschiedener wissenschaftlicher Hypothesen. So könnte beispielsweise der Duftstoff mit der Zeit unter dem Diffusionsdruck in Richtung der Oberseite der Kerze wandern oder sich der Duftstoff mit der Zeit gleichmäßiger in der Wachskristallmatrix verteilen, was zu einer gleichmäßigeren Duftabgabe führt.

Keine dieser Hypothesen wurde ausreichend untersucht oder bewiesen, um eine Aussage darüber treffen zu können, welche (falls überhaupt) richtig ist. Wir und die Community haben jedoch anekdotische Beweise gefunden, die darauf hindeuten, dass es, obwohl wir die Mechanismen, die dies verursachen, möglicherweise nicht kennen, eine gute Praxis ist, eine Kerze 10 bis 14 Tage (2 Wochen) aushärten zu lassen, um ein optimales subjektives Dufterlebnis zu erzielen.


Daher empfehlen wir, unsere Pflanzenwachse künftig 10–14 Tage aushärten zu lassen, um eine optimale Duftwirkung zu erzielen.

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