Vom Küchentisch zur Comic-Con: Die Geschichte von Moth & Magpie
Wir lieben den Namen deiner Marke. Was ist die Geschichte und Bedeutung dahinter?
Ich habe das Business ursprünglich mit einer Freundin gegründet, und damals war ich Moth, die Motte, weil ich ständig über Fotografie geredet habe, über das Licht, die goldene Stunde. Ich konnte einfach nicht aufhören zu schwärmen, wie schön das Licht war. Deshalb wurde ich liebevoll Moth genannt. Meine Freundin war Magpie, die Elster, weil sie sich ständig von glänzenden Dingen ablenken ließ. Als sich das Business weiterentwickelt hat, habe ich es allein übernommen. Heute steht Moth für mich für die flackernde, freie Flamme, also das Kerzenmachen und die kreative Seite, und Magpie für die gestalterische, visuelle Seite mit Grafik und Design.
Die Idee für das Business kam übrigens vor den Raumdüften. Ich bin in der Convention-Szene groß geworden, auf Comic-Cons, und ich wollte unbedingt Teil dieser Welt sein. Also haben eine Freundin und ich uns eine Geschäftsidee überlegt: Schmuck, Fan-Art, alles ein bisschen geeky. Und dann kam mir die Idee für Kerzen, die von Charakteren inspiriert sind. Für Düfte hatte ich schon immer ein besonders feines Gespür.
Wo verkaufst du hauptsächlich? Online oder auch vor Ort?
Ich habe einen Onlineshop, aber die meisten Verkäufe laufen über Events vor Ort. Ich mache ganz unterschiedliche Veranstaltungen und reise dafür durchs ganze Land. Viele Comic-Cons, also eher größere Events. In letzter Zeit auch Messen, erst letztes Wochenende war ich auf einem Kaffeefestival, das war fantastisch. Dieses Jahr versuche ich, meinen Eventkalender breiter aufzustellen und neue Märkte zu erreichen. Also jede Menge Events vor Ort. Kerzen sind etwas sehr Haptisches, die Leute wollen sie erst einmal live erleben. Die Onlineverkäufe kommen dann meistens hinterher. Ich habe Stammkundschaft, die mich auf einer Comic-Con entdeckt hat und jetzt online bestellt. Inzwischen mache ich auch Großhandel.
Das mit den Events klingt super spannend. Erzähl uns mehr darüber!
Angefangen habe ich nur mit Comic-Cons, die erste war 2021, glaube ich. Eine kleine Veranstaltung in der Nähe von Loch Lomond. Aber es lief richtig gut. Auf diesen Events gibt es eine tolle kreative Community, es geht nicht nur um Kerzen, sondern auch um viel Fan-Art und Selbstgemachtes.
Seit Kurzem stelle ich meinen Kalender breiter auf: Pride-Events, Kaffeefestivals, unabhängige Märkte, Nachtmärkte, alternative Veranstaltungen. Ich bin eher ein bisschen Nische, ein bisschen bunter, ein bisschen ausgefallener. Deshalb wähle ich meine Events ganz bewusst aus. Wenn es keine Comic-Con ist, dann etwas mit Ecken und Kanten, etwas Besonderes.
Was ist dein Bestseller oder dein Alleinstellungsmerkmal?
Das ist bei mir ein bisschen speziell, weil es stark davon abhängt, an wen ich verkaufe. In meiner Main-Street-Kollektion läuft der Coffee Shop am besten, allen voran meine Caramel-Macchiato-Kerze. Die Library-Reihe dagegen kommt auf Comic-Cons richtig gut an, aber auch auf Nachtmärkten und unabhängigen Events. Da ist Enemies to Lovers seit Jahren ein Bestseller.
Was ist dein Ziel für dieses Jahr?
Ich möchte mich stärker auf den Großhandel konzentrieren. Damit habe ich letztes Jahr angefangen, und es hat dem Wachstum des Business richtig gutgetan. Letztes Jahr war ein großes Wachstumsjahr. Dieses Jahr will ich auf meine persönliche finanzielle Stabilität achten und darauf, dass meine Zeit fair vergütet wird, während ich weiter alles ins Business stecke.
Was hat sich seit deinen Anfängen bis heute verändert?
Als ich das erste Mal zu Candleshack kam, muss das ungefähr 2022 gewesen sein. Damals waren es nur winzige Kartons. Ich bin mit meinem kleinen Auto vorgefahren und habe Leslie getroffen, ich habe damals sogar noch Fahrstunden genommen. Candleshack hat mich also schon durch einige Lebensphasen begleitet. Heute komme ich mit meinem Transporter und hole fast palettenweise Ware ab, um sie in die Werkstatt zu bringen. Es hat sich also einiges getan.
Wo hast du angefangen? Zu Hause, und dann bist du in eigene Räume gezogen?
Angefangen habe ich tatsächlich in der Küche meiner Eltern. Ich habe ständig um Platz gekämpft, meine Familie sammelt gerne mal Dinge an. Ich habe also immer gefragt: Kann ich heute Abend bitte die Küche haben, damit ich nach dem Essen zwölf Kerzen einzeln gießen kann? Aber mir war klar, dass das auf Dauer nicht funktioniert. Im März 2024, glaube ich, bin ich dann in eine Werkstatt im Stirling Enterprise Park gezogen, und das ist absolut fantastisch.
Der erste Raum war okay für den Anfang, aber eben ein großer Betonkasten ohne Fenster. Ich hatte großes Glück, dass letztes Jahr ein anderer Raum frei wurde. Jetzt sind wir in einem wunderschönen Raum mit Fenstern und einem großen Industriewaschbecken. Es ist großartig, einen Ort zu haben, über den ich komplett selbst bestimmen kann.
Beim Material vorausplanen zu können hilft enorm. Die Bestandsübersichten auf Facebook sind Gold wert, denn ich stelle viel her und lasse mir dafür nicht viel Zeit. Ich setze mir ziemlich harte Deadlines. Zu wissen, dass ihr so schnell liefert und noch dazu ganz in meiner Nähe seid, sodass ich alles bekomme, wenn ich es brauche, ist einfach fantastisch.
Was würdest du jemandem raten, der über ein eigenes Kerzenbusiness nachdenkt?
Mach deine Hausaufgaben. Prüfe alle deine Rezepturen. Hinter dem Kerzenmachen steckt viel mehr, als man denkt, da ist eine Menge Wissenschaft im Spiel. Spring nicht einfach ins kalte Wasser, so wie ich es gemacht habe. Stell sicher, dass alles, was du herstellst, den Standards entspricht und sauber abbrennt. Und kenn dich mit deinen Produkten aus, denn die Leute werden dir Fragen stellen, und dann musst du wissen, wovon du redest.
Auf welches Produkt bist du besonders stolz?
Ich mag meine Apothecary-Reihe sehr, eine meiner von Zaubertränken inspirierten Kollektionen. Die Idee kommt daher, dass ich mit Fantasywelten aufgewachsen bin. Sie ist etwas nischiger, ein bisschen nerdy, ein bisschen Fantasy, aber genau dadurch kann ich konzeptioneller und kreativer arbeiten.
Blicken wir Richtung Weihnachten: Was war letztes Jahr dein Bestseller?
Ich hatte eine kleine Reihe namens The Winter Wonderland, meine eigene Interpretation einer klassischen Weihnachtskollektion mit immersiven Düften. Da gab es The North Pole mit Lebkuchenduft, Santa's Sneezing mit Glühweinnote und Midnight's Day Ride mit dem Nordic-Cedar-Duft, der übrigens wunderbar ist. Der kam richtig gut an. Ich habe also meine eigene Version klassischer Weihnachtsdüfte gemacht, ein paar echte Klassiker und ein paar etwas subtilere Düfte.
Machst du auch spezielle Weihnachtsmärkte?
Der Dezember ist bei mir immer etwas speziell, denn meine Hochsaison ist eher September und Oktober. Das ist Kerzensaison, und gleichzeitig nehmen die Comic-Cons dann richtig Fahrt auf. Im Dezember konzentriere ich mich deshalb meistens auf den Onlineshop: Black Friday, Small Business Saturday, Cyber Weekend und so weiter. Lokale Events mache ich im Dezember auch, aber im Moment nichts Großes. Mal sehen, wie dieses Jahr läuft.
Hast du Weihnachtsdüfte, die sich das ganze Jahr über verkaufen?
Ein paar der klassischen Weihnachtsdüfte nutze ich für meine Comic-Con-Reihe. Nordic Cedar zum Beispiel ist Teil meiner Hunger-Games-Kollektion. Der kommt das ganze Jahr über super an.